
Samstag 04.07.2026 - Es wird nochmal spannend.
Um 6 Uhr klingelt der Wecker. Alle springen aus den Zelten und fangen an, ihre Sachen zu packen. Zwischendurch wird das Brot vom Vorabend mit Honig, Marmelade und Frühstücksfleisch geknabbert.
Um 7:10 Uhr legen die letzten Kanus ab. Erst jetzt fällt auf, dass wir es heute mit einem sensationell schönen Paddeltag zu tun haben. Mit leichtem Rückenwind paddeln wir in der Sonne dahin. Die Vögel zwitschern, es ist angenehm warm, und das Wasser ist spiegelglatt.
Um 8:10 Uhr sind wir am Endpunkt angekommen. Obwohl wir ziemlich locker geschlendert sind. Alle Tonnen werden geleert, das Material wird in Fluggepäck und Autogepäck aufgeteilt. Kanus und Tonnen werden ausgespült, das Auto beladen und das Stammeskanu wieder aufs Dach geschnallt. Hier verlassen uns auch Max und Michel, die ihre Reise durch Schweden im Camper ihres Vaters fortsetzen.
Weil alles so gut funktioniert, sind wir natürlich unheimlich früh fertig. Wir schauen in der App nach und beschließen, die nächste Verbindung nach Göteborg zu nehmen. Buchen der Karten und Auswählen der Verbindung funktioniert super. Preislich ist das sogar richtig günstig.
Nach etwa einer Stunde Busfahrt und 50 Stopps stehen wir in Åmål. Hier wollen wir in den Zug nach Göteborg steigen.
Der lässt allerdings auf sich warten. Abfahrt sollte 11:10 Uhr sein. Erst fünf Minuten Verspätung, dann zehn, dann dreißig. Dann eine Stunde. Das eigentliche Problem ist die Beschaffung von Informationen. Die Durchsagen sind nur auf Schwedisch, und auch die Infotafeln lassen sich nicht richtig übersetzen. Die App orakelt etwas von einer defekten Brücke.
Eineinhalb Stunden Verspätung. Zwei Stunden.
Jetzt wird es langsam haarig. Der Zug sollte schon innerhalb der nächsten Stunde kommen, damit wir nicht Gefahr laufen, unseren Flug zu verpassen. Wir werden nervös. Richtig nervös. Alternativen werden geprüft. Es sieht ganz und gar nicht gut aus.
Irgendwann wird dann doch durchgegeben, dass die Strecke wieder frei ist. Im Deuten schwedischer Bahnvorhersagen sind wir mittlerweile richtig gut. Der Zug soll um 13:22 Uhr kommen. Top.
Ein kleiner Schreckmoment kommt noch, als die Ankunftszeit auf 13:37 Uhr springt. Dann kommt der Zug tatsächlich. Gott sei Dank. Erste Überschlagsrechnung: Das reicht noch.
Der Zugführer drückt auf die Tube, und wir schießen durch die schwedische Landschaft. Bis Göteborg macht er wieder ein paar Minuten gut, sodass wir am Bahnhof sogar noch schnell etwas zu essen besorgen können.
Am Flughafenbus kommt dann doch wieder Unmut auf. Die Handballmädels vom FC Bayern besetzen einen Bus komplett, und wir müssen noch mal 20 Minuten auf den nächsten warten. Der braucht normalerweise 35 Minuten bis zum Flughafen. Selbstverständlich ist heute aber ein großes Konzert in Göteborg, die Stadt ist voller Menschen, und der Bus braucht fast eine Stunde.
Dann rein in den Flughafen und direkt durch zur Sicherheitskontrolle. Gott sei Dank sind alle schon eingecheckt. Kurz vor der Kontrolle gibt es noch einen kurzen Schreckmoment, als Nicole mit erstauntem Gesicht ihr Fahrtenmesser aus dem Handgepäck zieht. Wir überlegen kurz zu verhandeln, entscheiden uns dann aber im Sinne der Gruppe und entsorgen das Messer.
Ab hier sind wir wieder im Plan. Zwanzig Minuten bis zum Boarding reichen, um sich noch einmal hinzusetzen und durchzuatmen.
Der Rest der Reise ist unspektakulär.
Ankunft zu Hause gegen 00:15 Uhr.


