
Fazit Kanutour 2026
Was haben wir gelernt? Was war gut? Was war schlecht?
Erstens: Öffis meiden. Ein Flug lässt sich manchmal nicht vermeiden, aber in unserem Fall hat das doch für reichlich Stress gesorgt. Bei zukünftigen Touren muss eine andere Lösung her. Wir haben uns mit Leuten vor Ort und anderen Jugendgruppenleitern unterhalten, und die Antwort war eigentlich immer gleich: Minibus.
Zweitens war es erstaunlich zu sehen, wie ein einziger Schlechtwettertag die Stimmung crashen kann. Vor allem an Tag vier oder fünf. Ebenso erstaunlich war aber auch, wie sehr die Abendrunde und das offene Gespräch über Wetter, Stimmung und Frust geholfen haben, damit umzugehen.
Drittens helfen regelmäßige Runden und klare Absprachen enorm. Alle hatten gute Ideen. Und gemeinsam getroffene Entscheidungen werden von allen deutlich besser akzeptiert.
Viertens: Mehr Kaffee. Einfach mehr Kaffee.
Fünftens: Backen. Brot, Kuchen, Schnecken. Frisch Gebackenes mit Beeren und Nüssen hebt die Stimmung und schmeckt einfach sensationell. Das wird definitiv beibehalten.
Sechstens: Gemeinsam früh aufstehen. Auch wenn das an dieser Stelle etwas seltsam klingt, haben wir festgestellt, dass der Spruch „Morgenstund hat Gold im Mund“ mehr als nur einen kleinen wahren Kern enthält. In den ersten Tagen haben wir morgens alle schlafen lassen. Das führt dazu, dass der Tag extrem träge startet. Die einen sind schon fertig, während die anderen noch etwas trüb herumbummeln. Dazu kommt, dass die freie Zeit zwischen Aufstehen und Abfahrt in der Regel viel weniger sinnvoll genutzt wird als die Zeit nach der Ankunft am neuen Lagerplatz. Der Tag fühlt sich dadurch schnell ein wenig verschenkt an. Deswegen: Es muss nicht 6:00 Uhr sein. Aber gemeinsam um 8:00 Uhr aus den Federn ist bei solchen Unternehmungen eine gute Parole.
Und last, but not least:
Die zwei wichtigsten Ziele sind erfüllt worden. Die Älteren sollten lernen, was bei der Planung einer solchen Tour alles vorzubereiten ist, wie man organisiert, plant und auch vor Ort mit der Verantwortung und der Pflicht zur Fürsorge für die Jüngeren umgeht. Und das nicht durch Besserwissen, sondern durch Absprache und Teamwork. Proaktives Handeln. Mittragen von Entscheidungen. Und trotz der Anstrengung und der Verantwortung dabei den Spaß nicht aus den Augen verlieren.
Mindestens genauso wichtig war die Fahrt aber für die Jüngeren. Sie haben nicht nur gesehen, wie die Älteren Dinge machen, sondern vieles selbst ausprobiert. Ein Kanu geradeaus zu bewegen klingt einfach, ist es am Anfang aber nicht. Tonnen packen, Zelte aufbauen, Holz holen, beim Kochen helfen, Feuer machen, nasse Sachen aushalten, bei Gegenwind weiterpaddeln und auch mal müde sein, ohne direkt aufzugeben. Auch nicht immer nur nachzufragen, sondern selbst Lösungen für Probleme zu finden. Das alles lernt man nicht aus einem Merkblatt.
Im Nachhinein würden wir außerdem etwas mehr Aufgaben und Programm für Regentage vorbereiten. Einfach, damit man an solchen Tagen nicht nur im Zelt liegt und dem Regen zuhört. Auch das ist zwar mal schön, aber irgendwann ist dann auch gut.
Eine richtig gute Idee war das Fundraising-Projekt. Das hat uns sehr geholfen und werden wir sicher öfter machen.
Unterm Strich war es eine richtig tolle Tour. Spannend von Anfang bis Ende. Tolle Natur, tolle Erlebnisse und eine Gruppe, die vieles richtig gut gemeistert hat. Die Rover haben geplant, eingekauft, Autos repariert, gepackt, gekocht und sind vorgefahren. Dafür sind wir richtig dankbar. Wie immer hätte man bestimmt einige Sachen besser machen können. Aber das tat der Sache keinen Abbruch. Unterm Strich haben alle wieder viel über Organisation und die Vorgehensweise bei weiteren Fahrten gelernt.
Zum Schluss bleibt noch der Dank an alle Unterstützer, die unsere Fahrt mit Spenden und Zuschüssen möglich gemacht haben:
Sparkasse Mittelmosel EMH
Raiffeisenbank MEHR eG Kaisersesch
Theresa Göbel
Michael Nägler
Ute Bremm
Manuel Meyer
Elisabeth Schmitz
Stefan Kammers
Carsten Treib
Robert Kesseler
Jamil Amin
Cornelia Pauly
Pascal Schwaab
Katrin Schneider
Andreas Schneider
Benno Thurn
Alexei Michel
Carsten und Nicole Hammes
Barbara Manthey
Cathrin Hein
und die anonymen Spender


